Ganz, ganz anders sah ihr Erwählter aus als die Gestalten, die einst durch ihre Mädchenträume geschwebt waren.

Aber wenn sie seiner gedachte, dann kam ein so tiefes Ruhegefühl ... ein so freudiges Geborgensein über sie ...

Ja ... er war doch der Rechte ... der, für den das Schicksal sie aufgespart hatte, das in ihrer Mutter Gestalt so manchen glänzenden, stattlichen Bewerber aus ihrer eigenen Welt von ihrer Seite gescheucht hatte ...

Ich danke dir, Mutter — es ist gut gewesen, daß ich den schwarzen Baron Höningen nicht bekommen hab, der jetzt in Amerika Pferde hütet ... und nicht den riesigen Bettingen, der nun drunten in Südwestafrika im Wüstensande liegt ...

Es ist gut so, Mutter ...!

Was morgen kommt, das ist fürs ganze Leben ... kein stürmisches Backfischglück wie das, von dem gewiß das blonde Schwesterchen jetzt träumt, das so eigenwillig sein Köpfchen der rosaroten Tapete zukehrt ... aber eine frohe Ruhe ... eine festlich stille Gewißheit ... eine Heimstatt für freudiges Wirken und Hineinwachsen in eine helle, lichte Welt, in ein höheres, geistigeres Dasein, als meine Jugend es je geahnt ...

Wilhelm Frobenius, du Prachtkerl! — Du sollst es gut haben bei deiner Nelly — hol mich der Teufel!


Bum, bum, drohten die Geschütze ringsum auf den Bergen ohn' Unterlaß ...

»Nun, gnädige Frau, wen bekomm' ich ...?«