»Nein, das ist gar nicht merkwürdig ... Herr Friesen hat nämlich auf mich da unten gewartet, daß Sie's wissen ... und darum werden Sie ihn nicht melden ... verstehen Sie mich ...?!«

»Ich bitte tausendmal um Verzeihung, mein gnädiges Fräulein — aber Dienst ist Dienst ... der Einjährige hat sich einer Urlaubsüberschreitung schuldig gemacht ... und somit ist es einfach meine verdammte Pflicht und Schuldigkeit —«

»Dann erlauben Sie mir vielleicht die Frage, Herr Leutnant, wie Sie auf die Chaussee gekommen sind — auch in Ausübung Ihrer verdammten Pflicht und Schuldigkeit?!«

»Darüber bin ich Ihnen wohl schwerlich Rechenschaft schuldig, mein verehrtes gnädiges Fräulein! — Bei allem Respekt glaube ich das denn doch aussprechen zu müssen —«

»Nun, dann will ich's Ihnen sagen: Sie haben gelauert ... geschnüffelt haben Sie — wie ein ganz elender Spion —! Sie haben sich gedacht, daß ich mich irgendwo mit dem Einjährigen treffen wollte, und haben uns aufgepaßt! — Na, stimmt's?!«

»Ich — ich bewundere Ihre Kombinationsgabe, meine Gnädigste — —«

»So — nun wissen Sie also, daß ich Sie durchschaut habe, Herr Leutnant! — und nun will ich Ihnen mal was sagen: Wenn Sie Herrn Friesen melden, dann mache ich Ihnen einen Krach, wie Sie noch nie einen erlebt haben — so wahr ich Molly Sassenbach heiße —!!«

Wie eine Königin raschelte sie von dannen.

Quincke aber machte das dümmste Gesicht seines Lebens — und das wollte was heißen.

Viertes Kapitel.