Fritz von Brandeis stand an der Treppe, die von der Veranda in den Garten hinunterführte. Hinter ihm harrten die fünf Burschen, sein eigener und die vier seiner Gäste, kriegsgemäß in Drillichzeug und Schnürschuhen, nur durch die Serviette über ihrem linken Arm als herrschaftliche Leibdiener gekennzeichnet, der Befehle des Hausherrn gewärtig.
Scharfen Blicks überflog der Hauptmann das lustige Bild des Gartens, der festlich schimmerte im mattbunten Glanz der Lampions, im gelben Flimmer der Kerzen auf den Bowlentischen.
Na, alles gut versorgt? — Jawohl, alles klappte!
Ein alter dicker, runder Mauerturm sprang an der nördlichen Ecke des Gartens weit ins Gebüsch hinein, das aus dem ehemaligen Burggraben aufgewuchert. Wilder Wein überrankte hier das weiße Staketengezäun einer Laube: darinnen saßen die wichtigsten der Gäste bei der Pfirsichbowle, der Oberst und der Major.
Schau, schau — auch nach Tisch hatten die alten Herren sich anscheinend nicht von ihrer Tischnachbarin trennen können!
Und sie, seine Cäcilie — sie schien ja auch vollkommen zufrieden in der Gesellschaft der Herren Stabsoffiziere — hatte heut abend noch kaum ein Wort mit dem Maler gesprochen.
Na also — hätten wir uns ja wohl unnötige Unruhe gemacht!
Schoenawa, des Obersten Adjutant, und Menshausen, sein Manöver-Ordonnanzoffizier, hockten pflichtschuldigst bei ihrem Kommandeur — aber wo steckte denn Leutnant Blowitz? — ah — er war des trockenen Tons wohl satt, des beständigen »Schusterns« bei den hohen Stäben, hatte sich zur Jugend geflüchtet —
Aus der Nachbarlaube, in der auf rundem Tisch gleichfalls eine mächtige Pfirsichbowle aufgebaut war, klang schmetterndes Gelächter. Dort saß der Adjutant des ersten Bataillons mit den Offizieren der ersten Kompagnie, mit Flamberg und Carstanjen. Selbstverständlich war hier auch der Fahnenjunker von Erichsen zu finden, der immer wieder die Gläser füllen mußte. Nur die jungen Damen fehlten in der Runde der Jugend ... wo mochten die bloß stecken ...? und es fehlte auch die Landwehr ...
Aha — ach so —!!