Seine Lippen pfiffen leise das Avanciersignal, während er die Treppe hinuntersprang und quer durch den Garten auf die Jugendlaube zuschritt: »Tut mir leid, meine Herren, Ihre Hebe muß ich Ihnen für ein halbes Stündchen ausspannen! — Sie, kleiner Erichsen, und Sie, etwas größerer Carstanjen, kommen Sie mal einen Moment her!«

Die Angeredeten schossen in die Höhe.

»Also kommt 'mal raus, Kinder,« sagte der Kompagniechef, »ihr müßt mir eine Überraschung deichseln helfen. Die Burschen würden mir die Sache jedenfalls verderben: Ich habe also drüben auf der Wiese jenseits der Chaussee ein kleines Feuerwerk aufbauen lassen, das müssen Sie beide mir abbrennen. Kommen Sie mit, ich werde Sie instruieren!«

Blowitz und Flamberg blieben allein bei der riesigen Bowle zurück. Der Maler trank hastig und sprach wenig. Der Adjutant war auch kein Mann von vielen Worten. Es wurde still am Jugendtisch.

Und immer wieder zog es Martins Blicke dorthin, wo im matten Lichte der Lampions ein weißes Frauenantlitz zwischen den gebräunten, verwitterten, weinerregten Gesichtern der Stabsoffiziere, den frostigen, lauernden der beiden Oberleutnants stand.

Auf einmal erhob sich dorten die ganze Gruppe und kam die niedrige Stiege hinunter in den Garten, schritt der hellerleuchteten Veranda zu, die dem Speisesaal vorgelagert war.

Major von Sassenbach warf einen Blick zur Jugendlaube hinüber: »Ah, da sitzt ja auch unser Malermeister — unser Pinselheld! — Sie, Flamberg, die gnädige Frau will uns das Bild zeigen, das Sie von ihr gemalt haben — kommen Sie doch mal mit! Oder haben Sie's schon auf seinem neuen Platz gesehen?«

Flamberg sprang auf: »Nein, Herr Major!«

»Also los — gehen Sie mit uns!«

»Wenn die gnädige Frau gestattet —?«