»Aha,« sagte Sassenbach, »das ist also das berühmte Bild!«
»Das berühmte — wieso?« fragte Frau Cäcilie.
»Nun — Sie können sich wohl denken, verehrte gnädige Frau, daß das ganze Regiment von dem Bilde spricht — ich meine — ich will sagen — wenn eine Dame des Regiments von einem so vielgefeierten Maler wie unserm Herrn Leutnant der Reserve gemalt wird — das ist doch natürlich ein Ereignis!«
Alles schwieg und starrte regungslos zu dem Frauenbildnis hinan.
Das schaute leuchtend herab auf die Herren im Waffenkleid — leuchtend in einer Hoheit, um die es seltsam wob wie ein Hauch von Unvergänglichkeit — von zeitloser Verklärung.
»Fabelhaft,« sagte der Oberst, »ich gratuliere Ihnen, lieber Flamberg! Ich verstehe nicht allzu viel von Kunst — aber das da, das imponiert mir — ohne Scherz, das imponiert mir —«
»Ja,« sagte Menshausen halblaut, »man möchte sagen: mit Liebe gemalt!«
Der Major warf dem Oberleutnant einen wütenden Blick zu, und jeder fühlte: taktlos — unverschämt.
»Nun, Herr Flamberg,« fragte die Hausfrau, ohne den Maler anzusehen, »sind Sie einverstanden? — mit dem Platze, meine ich!«
»Dazu müßte ich das Bild erst mal bei Tageslicht sehn! — So, bei dieser künstlichen Beleuchtung, allerdings einwandfrei!«