Da richtete sich vom Nachbarbette die Gestalt seines Weibes halbleibs empor. Noch völlig bekleidet, hatte sich Cäcilie auf die Überdecke gelegt. Glasig stierten ihre Augen .. wirr hingen die rostfarbenen Strähnen um ihr blasses Gesicht ... das stand im roten Licht irr und verzerrt ...
Fritz stand regungslos ... ein trockenes, kurzes Schluchzen durchrüttelte seine aufrechte Gestalt ...
»Willst du dich nicht auskleiden ... und dich ordentlich hinlegen, Cäcilie ...? Ich lege mich nebenan aufs Sofa ...« Wie eine gütige, sorgsame Bitte hatte das geklungen.
»Fritz ... was ... was willst du tun —?!«
»Darüber ... hat der Ehrenrat ... zu entscheiden ...«
»Du hast — dem Major schon Meldung gemacht —?«
»Ich tu's morgen früh!«
Cäcilie schlug die Hände vors Gesicht. Der einzige Kuß ... der Abschiedskuß ... nein, das war ja doch nicht möglich ... das durfte ja doch nicht sein ...
»Mach dir keine Sorge, Cäcilie ... ich ... schieß ihn dir nicht tot ... ich ... schieß ihn ... dir ... nicht tot ...«
Da fielen Cäciliens Hände mit einem Ruck in ihren Schoß ... die starren Augen ruhten auf dem Antlitz des Gatten mit einem langen, seltsam prüfenden, suchenden Blick ... Ein Staunen glomm in diesem Blick auf ... ein großes Sichwundern ...