Der Spätsommerabend überdeckte mit sammetnen Fittichen das gewaltige Bergplateau des Hunsrücks zwischen Idarwald und Hochwald.
Und in die Nacht hinein in endloser Reihe loderten die Lagerfeuer weithin über die endlose Ebene. Überall feierten die Mannschaften das lustige Fest des Löffelbegrabens:
Die Leute des zweiten Jahrgangs, die unmittelbar nach Manöverschluß in die Heimat entlassen werden würden, schmückten, Kompagnie für Kompagnie, einen mächtigen Baum mit Strohschleifen, und ein jeder hängte vom Inhalt seines Tornisters hinein, was nun ausgedient hatte, seinen Eßlöffel, seine abgewetzte Stiefelbürste, Putzlappen, Knopfgabeln ...
Die wunderliche Trophäe wurde unter derben Soldatenspäßen und unablässigem Absingen des Reserveliedes durch das Lager getragen und schließlich mit Hallo und Kinderjubel in die Glut des Biwakfeuers versenkt.
Heimatstimmung ... Heimkehrseligkeit überall ...
Heimkehrseligkeit —?!
Leutnant Flamberg saß mit Carstanjen und dem Fahnenjunker vorm Offizierszelt der ersten Kompagnie.
Ihren Kapitän hatte die Königliche Erste heut nur von weitem zu Gesicht bekommen, wenn die kleine Kavalkade vorübersprengte, über welcher die diagonal geteilte schwarz-weiß-rote Standarte der Brigade flatterte.
Und Martin Flamberg hatte den ganzen Tag darauf geharrt, daß Major von Sassenbach, der Vorsitzende des Ehrenrats, ihn zitieren würde ...
Dabei trug er einen Brief in der Brusttasche seines Dienstrocks, einen Brief vom Samstag, der nur das eine Wort erhielt: