Keine laute Szene — kein wildes Wort der Wut — des Grimms.
Ein paar eisig korrekte, formelhafte Wendungen — und doch in jeder Silbe der unsühnbare Haß — die Feindschaft bis aufs Messer — der Racheschrei — die Todesdrohung!
Und heute — rätselhaftes Schweigen. — —
Gott — der Grund war leicht einzusehen: der Hauptmann war zur Brigade kommandiert — der Dienst ging allem andern vor — es hatte an jeder Gelegenheit gefehlt, die Meldung an den Ehrenrat zu erstatten.
Aber diese Situation war gräßlich — sie erstickte die Kraft des Widerstandes — machte stumpfsinnig und wehrlos.
Der Gedanke an Cäcilie war wie das Erinnern eines fernen, schaurig holdseligen Traumes.
Der Gedanke an Agathe folterte das Herz noch tiefer mit schmählicher Scham.
Und aus dem innersten Herzensschacht kroch die Reue herauf — die Reue um unwiderbringlich Verlorenes — um ein ganzes, großes, herrliches Leben des Schaffens, des Genießens — um ein Leben voll Liebe und Schönheit — voll freudigen Gebens und dankbaren Nehmens.
Alles war hingeworfen — vergeudet um eines Augenblicks haltloser Leidenschaft willen.
Reue — Reue —