Da blieb ihm keine Zeit, an seine eigenen Angelegenheiten zu denken — mochten sie auch noch so dringlich ... noch so unaufschieblich sein ...!

Im Hinschreiten ließ Flamberg seine Blicke über das weite Lager schweifen ... Die Dämmerung sank hernieder .... die frühe Dämmerung des Spätsommerabends ... hinter dem fernen braunen Strich des Idarwaldes verglomm der letzte Tagesglast ...

Endlos hin über Berg und Tal zog sich das Biwak des Korps ... und überall dieselbe Szene ... die lodernden Feuer mit den rastenden, schmausenden, singenden jungen Männern drum herum ... überall niedere Leinwandzelte ... Gewehrpyramiden ... Posten vor der Fahne ... Ein ergreifendes Bild ruhender, gesammelter Volkskraft: »Lieb Vaterland, magst ruhig sein ...«

Ach — und immer wieder fühlte er dann den jähen Ruck am Herzen ...

Was hast du getan — und was wird werden — —?!

Wie anders müßte mir nun zumute sein ... wie leicht ... wie dankbar ... wie voll Hoffnung ... voll überströmender Glückshoffnung — Und wie ist mir nun ...

Unmännlich hab ich mich hingegeben an diese Leidenschaft, die ich hätte bekämpfen müssen von Anbeginn ... ausroden wie ein holdselig blühendes, berauschend duftendes Giftgewächs ...

Ich hab sie wachsen lassen ... und eine einzige Sekunde hat mein Leben ... meine Zukunft ... mein Glück vernichtet ... Mein Glück ...

Meines nur ...?

Und sie ... Agathe ... das vertrauensvolle Mädchen, das sein Geschick in meine Hand gelegt hat ...?! Ach, Himmel, wenn sie ahnte ...