»Danke gehorsamst — nein, Herr Major!«
»Entschuldigen Sie — muß mich eben fertig rasieren!«
Beim Schein einer Stallaterne, die der Bursche mitsamt einem winzigen Spiegelchen seinem Herrn vorhielt, saß der Bataillonskommandeur auf einem Faß, mit aufgeklapptem Waffenrock, und schabte die angegrauten Stoppeln von seinen bronzebraunen Wangen.
»Also, lieber Freund, Sie haben morgen Hochzeit ... Da scheint's mir doch besser, das Armeekorps behilft sich am letzten Übungstage ohne Sie — Sie sind also hiermit entlassen und haben möglichst schnell und geräuschlos aus dem Bereich des Kriegsgetümmels zu verschwinden!«
»Aber ich bitte ganz gehorsamst, Herr Major ...«
»Keine Fisematenten! Ich befehl's — und damit basta!«
»Und wer, befehlen Herr Major — wer soll die erste Kompagnie heute führen?«
»Ach was, die paar Stunden! Kann ja der Windhund, der Carstanjen machen! — Na, einverstanden?«
»Ich danke von ganzem Herzen, Herr Major!«
Sassenbach stand auf, und während der Bursche ihm im Stehen die kotigen Stiefel an den Beinen mit der Wichsbürste bearbeitete, streckte er dem Untergebenen die Hand hin: »Also stecken Sie sich einen grünen Zweig an als Neutralitätsabzeichen und verschwinden Sie auf dem nächsten Wege, solange es noch dunkel ist ... kommen Sie gut nach Hause, empfehlen Sie mich unbekannterweise Ihrem verehrten Fräulein Braut — und machen Sie Ihre Sache gut — na, Sie verstehn mich schon — hahaha! Haben Sie auch schönsten Dank für freundliche Unterstützung und leben Sie wohl!«