»Pferd für Herrn Leutnant zur Stelle!« meldete er.

Aha, dachte Frobenius, das ist der Bursche vom Oberleutnant Menshausen, dem muß ich jedenfalls ein Trinkgeld geben. Er suchte in seinem Portemonnaie, fand nur ein Zweimarkstück und drückte das dem Burschen in die Hand, obgleich er sich darüber klar war, daß das viel zu viel sei.

»Wollen Herr Leutnant gleich aufsitzen?«

»Jawohl!«

Der Bursche hielt den rechten Bügel, Frobenius trat an die linke Seite und hob das Bein, aber es gelang ihm nicht, den Steigbügel zu erreichen. Himmel, war das ein Elefant! Der Bursche mußte den Bügel länger schnallen, und nach einigen krampfhaften Anstrengungen saß Frobenius im Sattel. Im selben Augenblick stieg der Gaul hinten und vorne, und der Reiter schwankte hin und her — wie ein Wrack im Sturm.

Zwei Füsiliere sprangen auf Hauptmann Golls Befehl herzu und beruhigten die Bestie. Nun saß Frobenius steif aufgerichtet und wagte nicht, sich zu rühren, aus Furcht, der Gaul möchte wieder unruhig werden.

Leutnant Quincke kam und meldete sich beim Kapitän. Sein verkatertes Gesicht war fahl — mit einem unverschämten Grinsen begrüßte er den Reiter und stieß mit der Säbelscheide wie in harmlosem Scherz nach Kunos Flanken. Kuno machte einen mächtigen Satz zur Seite, und auf ein Haar hätte Frobenius das Gleichgewicht verloren.

»Donnerwetter — lassen Sie doch diese Scherze, Herr Quincke!«

»O, entschuldigen Sie, Herr Frobenius, wer konnte auch ahnen, daß der Schinder so nervös ist — liegt das an ihm oder an Ihnen?«

Zwei andere Gäule wurden vorgeführt. Der eine gehörte dem Oberleutnant, der erst im letzten Augenblick heranschoß, sich hastig beim Kompagniechef meldete und wie der Blitz im Sattel saß; den andern, einen zierlichen Apfelschimmel, bestieg Quincke, leicht und elegant, und ließ ihn ein paar kurze Gänge machen. Das begeisterte Herrn Kuno, sich anzuschließen, und so wurde Frobenius unfreiwillig über den Kasernenhof spazieren getragen, bis Hauptmann Goll die Kompagnie formiert hatte.