In diesem Augenblick schollen vom Kasernentor her hallende Pferdehufe, und Hauptmann Goll kam auf seinem riesigen Rappen herangesprengt, gerade auf Frobenius zu.

Frobenius riß den Schleppsäbel in die Höhe und salutierte seinen Kompagniechef. Der hielt dicht vor ihm, sah ihn von oben bis unten an, staunend, fassungslos.

»Na, Herr Leutnant, wollen Sie mir denn nicht freundlichst die Kompagnie melden?«

»Zu Befehl, Herr Hauptmann!« Er fuhr herum und schrie mit einer Stimme, als sei er von Mördern überfallen und wolle die Welt um Hilfe zusammenrufen: »Stillgestanden — Augen links!«

Hauptmann Goll sah seinen Untergebenen abermals von Kopf bis zu Füßen an: »Herr Leutnant, Sie scheinen sich mit dem neuen Exerzier-Reglement noch nicht sonderlich beschäftigt zu haben, aber auch Ihre alte Weisheit haben Sie scheinbar einigermaßen verschwitzt, sonst würden Sie wohl die Kompagnie zunächst ausgerichtet haben — und dann heißt das Kommando nach dem neuen Reglement: die Augen links! — Also, bitte, stecken Sie gefälligst die Nase ins Reglement, damit Sie sich nicht vor den Kerlen blamieren — danke Ihnen! — 'Morgen, zweite Kompagnie!«

»'Morgen, Herr Hauptmann!« scholl es aus hundertundzwanzig Kehlen zurück, daß die Kasernenwände bebten.

»Augen gerade — aus — rührt euch!«

Frobenius schielte zur Kompagnie hinüber — ein fröhliches Grinsen lag auf allen Gesichtern.

Ja, da war nichts zu machen — der Respekt war von vornherein zum Teufel.

Schon nahte ein neues Schrecknis: ein Füsilier, den Frobenius natürlich nicht kannte, führte einen großen, starkknochigen Goldfuchs mit weißer Stirnblässe und unruhig schielenden Augen heran, der immerfort heftig den Kopf in den Nacken warf und von Zeit zu Zeit mit der Hinterhand nervös zusammenfuhr.