Füsilier Schmitz waltete indessen geräuschlos seines Amtes. Er betreute seinen Herrn wie eine erfahrene Kinderwärterin ihren Säugling.
Als er seinen Herrn in den Waffenrock gesteckt hatte, verschwand er auf Zehenspitzen und kam nach wenigen Minuten mit dem Frühstückstablett zurück.
Himmel, aber dieser Kaffee! — Mit Wehmut gedachte Wilhelm Frobenius seiner sorgsamen Haushälterin daheim, die ihm denn doch einen ganz andern Morgentrunk kredenzte — und verzehrte knurrend die mit einem Übermaß von Margarine bestrichene Frühstückssemmel, während Füsilier Schmitz Helm, Feldglas, Säbel und Schützenpfeife zusammensuchte.
Zehn Minuten später schritt Frobenius an dem präsentierenden Posten vor dem Kasernenportal vorbei in den Hof hinein und sah schon von weitem die dunkle Masse der in Zugkolonne aufgestellten Königlichen Zweiten. Noch war kein anderer der Offiziere auf dem Platze, und als der Leutnant sich der Kompagnie näherte, kommandierte der Feldwebel mit dröhnender Stimme:
»Stillgestanden! — Richt' euch! — Augen gerade — aus! — Die Augen links! — — Kompagnie beim Antreten!« meldete er dann dem Offizier.
»Danke, danke!« sagte Frobenius und überlegte, was er nun zu tun hätte. Das dauerte ungefähr eine Minute, während deren der Feldwebel regungslos neben ihm stand und ebenso regungslos die Kompagnie mit Augen links.
Frobenius verfiel in tiefes Sinnen. Herr Gott, was machte man denn nun jetzt nur?
Der Feldwebel kam ihm zu Hilfe: »Gestatten Herr Leutnant, daß ich rühren lasse?«
»Bitte, bitte, selbstverständlich — lassen Sie nur rühren!«
»Augen gerade aus — rührt euch!«