Indessen schließlich — wer war Hauptmann Goll? — Irgendein gleichgültiger Fleck in der spätsommerlichen Morgennatur — ein flüchtiger Schatten auf dem Glück der Stunde — wie konnte so was Bedeutungsloses ihn, Wilhelm Frobenius, um die frische Wonne dieses lustigen Frühritts bringen?

Ach, es war doch himmlisch, so auf einem feurigen Roß in die nebeldampfende Landschaft hinaus sich tragen zu lassen!

Allerhand literarische Erinnerungen fielen ihm ein — die Hohenstaufenkaiser auf der Fahrt über die Alpen — Goethes Besuche bei Friederike in Sesenheim:

»Es schlug mein Herz: geschwind zu Pferde!

Es war getan fast, eh's gedacht.«

Herrgott, daß man das bloß nicht früher gelernt hatte. — Ja, ja, da war die harte Jugend gewesen voll einsamen Schaffens, Grübelns und Sinnens im tabakdurchwölkten Studierkämmerchen — fern von den muntern Kommilitonen, die bei Becher und Schläger ihr Leben auskosteten.

Reiten! — Du lieber Himmel — dem Sohn des armen Volksschullehrers aus dem Westerwalddörfchen war das immer als ein Privileg der hoch droben hausenden Glückserkorenen erschienen.

Und nun war er, nicht fern den Vierzigen, doch noch auf den Klepper gekommen — das hatte sein Faustwerk, das hatten die zwanzig Auflagen seines Schiller-Volksbuches zum Jubiläum von 1905 zustande gebracht.

Ach ja — nun gehörte er selbst zu den Glückserkorenen. — Wie sagte doch das arabische Sprichwort:

»Alles Glück der Erde