Rot, so lautete die Annahme, war gestern nördlich der Garnison geschlagen worden ... Die Dunkelheit hatte das Gefecht unterbrochen, und infolge Erschöpfung von Blau hatte die Verfolgung nicht mit voller Energie aufgenommen werden können, so daß die Fühlung mit dem Feinde verloren gegangen war ... Früh morgens hatte die Kavallerie gemeldet, daß der Feind in der Nacht durch die Stadt hindurch gen Süden abgezogen sei und nur noch schwache Abteilungen Versprengter sich in den Wäldern südlich des Exerzierplatzes sammelten ...

Die erste Kompagnie, als linke Seitendeckung des auf der großen Chaussee marschierenden Gros von Blau, bekam den Befehl, die Nachzügler zu vertreiben ...

Die beiden Hauptleute hatten miteinander verabredet, daß ihre ältesten Zugführer die Kompagnieen führen sollten.

Hauptmann von Brandeis hatte den weißen Helmbezug und die weiße Armbinde der Schiedsrichter angelegt, und zu ihm war von der Zweiten Leutnant Quincke als Schiedsrichtergehilfe getreten ... Oberleutnant Menshausen führte die Zweite ... Leutnant der Reserve Flamberg die Erste ... Hauptmann Goll, als der Ältere, markierte den Leitenden und hatte den Leutnant der Landwehr Frobenius als Zuschauer zu sich befohlen.

Bei der Zweiten wurden infolgedessen sämtliche Züge von Unteroffizieren: einem aktiven und einem Reserve-Vizefeldwebel und dem ältesten Sergeanten geführt ... Bei der Ersten standen Leutnant Carstanjen und zwei Vizefeldwebel als Zugführer.

Der Oberleutnant Menshausen besetzte mit allen drei Zügen den Rand des Kastanienwäldchens und ließ die Mannschaften sich eingraben ...

Dann hielt er Musterung unter den Unteroffizieren ...: »Der einjährig-freiwillige Unteroffizier Friesen!«

»Hier!«

»Kommen Sie mal her ... Für Sie hab' ich heute eine Spezialaufgabe: Sehn Sie sich mal rechts da das Gebüsch an! — Sehn Sie?«

»Zu Befehl, Herr Oberleutnant!«