Die Tür flog auf ... da standen drei plaudernde Damen ... ach — Damen! Wesen aus einer höhern Welt —!
Und mit ihnen im Gespräch drei Offiziere, Hauptmann von Brandeis, Oberleutnant von Schoenawa, der finstere, unnahbare Regimentsadjutant, und Leutnant Blowitz, der einflußreiche Bataillonsadjutant ... Die Herrgötter des Kommißhimmels!
Und nun schlug Hans Friesen doch die Absätze zusammen, daß es knallte, und stand zuerst vor den Offizieren stramm ...
Erst als diese unter Lachen und Entschuldigungen bei der Hausfrau abwinkten, ging er auf die Damen zu und beugte sich auf die duftende Hand nieder, die sich ihm entgegenstreckte ...
»Schau, schau ... so sieht also ein Dichter aus ... den hatte ich mir eigentlich anders vorgestellt! Aber freilich, Herr Friesen, zu der Königlich preußischen Dienstpoesie, die Sie sich da geleistet haben, paßt Ihr Kostüm ganz ausgezeichnet!«
Hans Friesens braunes Gesicht konnte wohl nicht tiefer sich färben ... aber in die weiße Stirn stieg das heiße Erröten ...
Und nun lachte Hauptmann von Brandeis: »Na, Herr Friesen, wo haben Sie denn eigentlich während des Gefechts gesteckt?«
Die Leutnants lachten ... die Damen lachten ...
Nur eine nicht ... Ein rosiges Mädchengesicht, zwei dunkelblaue Augen lächelten ihn mitleidsvoll aufmunternd an ... die jüngere der beiden Majorstöchter. — Herrgott, wie gut das tat!
Die Vorstellung war erfolgt, man hatte Platz genommen um den runden Tisch im Salon, und die Hausfrau forderte den Poeten auf, sein Festspiel vorzulesen.