Und mit dem Klang der eigenen Verse überkam Hans Friesen wieder die fröhliche Wurstigkeit, die er sich vorgenommen ...
Teufel ja! Wenn's auch verschlissene Gedanken und konventionelle Vorstellungen waren, die er da zusammengebraut ... die Verse ... wahrhaftig, die konnten sich sehen lassen ...! Das klang und klirrte wie der Schritt marschierender Bataillone ... das grollte und brauste wie rollende Salven und dröhnendes Hurra beim Sturm ... Und war's auch keine himmelstürmende Poesie ... Poesie war's eben doch ... Soldatenpoesie ...
Und er fühlte, wie sie wirkte.
Als er geendigt, konnte er wohl bemerken, daß die Offiziere in ganz verändertem Ton mit ihm sprachen ... Und die Damen lachten auch nicht mehr über ihn ... obwohl er doch heute morgen den richtigen Gefechtsmoment verpaßt hatte ...
Gern ließen sich alle gefallen, daß er als Regisseur nun frei und ungezwungen mit ihnen schaltete.
Ja, der Bataillonsadjutant fand es vollkommen in der Ordnung, daß der Unteroffizier ihn sehr von oben herab zurechtwies, wenn eine verständnislose Betonung unterlief, oder wenn es galt, die an näselndes Schnarren gewohnte Kommandostimme für das Pathos des Kriegsgottes umzufärben ...
Und nun erst die Damen ... wie glühten sie vor Eifer, es dem Dichter recht zu machen ...
Am holdseligsten aber erglühte eine von ihnen ... und ihre veilchenblauen Augen funkelten nicht nur dem Poeten, funkelten dem straffen, feurigen Jüngling ...
Molly hieß sie ...
Hans Friesen ahnte, daß er an diese Molly viele, viele Verse dichten würde ... bessere Verse als die im Festspiel ... echtere ...