Major von Sassenbach hatte sich beim Hauptmann Goll genau nach den Umständen erkundigt, unter denen der Reitunfall des Landwehroffiziers zustande gekommen war.

Goll hatte ihm erzählt, wie besorgniserregend sich der Gaul bereits auf dem Kasernenhof benommen — wie er sich dann beim Ausreiten zum Exerzierplatz zur Ruhe gegeben habe, beim Klang der ersten Schüsse aber plötzlich wie wahnsinnig geworden und nach kurzem Widerstande seines Reiters in besinnungsloser Karriere mit ihm davongerast sei.

Der Major hatte sich erinnert, daß Leutnant von Finette ihm erzählt, es handle sich um ein notorisch verdorbenes Pferd, und er hielt sich für verpflichtet, festzustellen, wie es zusammenhängen mochte, daß die Verwaltung des Tattersalls einen solchen Schinder einem Offizier zu dienstlicher Verwendung an die Hand zu geben gewagt habe.

Zufällig kam er in den nächsten Tagen an der Reitbahn vorbei, suchte den Direktor auf und beschwerte sich sehr energisch.

Der schien untröstlich, ließ sofort den Stallaufseher kommen. Dieser war sehr erstaunt, daß ihm eine Rüge zugedacht war; just dieses Pferd sei ausdrücklich verlangt worden.

Von wem denn?

Ja, das wisse er nicht mehr. Er müsse in der Liste nachsehen.

Er kam zurück, meldete: der Bursche des Oberleutnants Menshausen habe das Pferd bestellt — anzuschreiben für Herrn Leutnant der Landwehr Frobenius.

Nun wußte der Major genug.

Er sprach dem Direktor der Reitbahn sein Bedauern über das Mißverständnis aus, empfahl sich und überlegte ...