Ohne daß Frobenius eine Ahnung davon hatte, umlauerte Menshausen seinen ganzen Lebenswandel, dienstlichen und außerdienstlichen ... Irgendwo würde man schon etwas finden, wo man hinterhaken könnte ...

Es war ja doch auch reinweg zum Verrecken ... immer kam aller Ärger von den verdammten Gehirnfatzken, die dem ehrlichen Soldaten hier in seine Arbeit hineinkorksten ...

Vor wenig Tagen hatte er draußen bei der Felddienstübung wegen des versedrechselnden Einjährigen einen Riesenanriß besehen ... und nun diese gottverfluchte Schweinerei, die ihn das Wohlwollen seines Bataillonskommandeurs gekostet hatte! —

Das sollte nicht vergessen werden —!


Während die Reserveoffiziere sich bei den höhern Vorgesetzten lediglich dienstlich zu melden hatten, war es üblich im Regiment, daß sie ihrem Kompagniechef noch einen gesellschaftlichen Besuch in dessen Wohnung abstatteten; bei den verheirateten Herren pflegten sie aber zwei Karten nur dann abzugeben, wenn sie dazu besonders aufgefordert wurden.

Das lag ja bei Martin Flamberg vor ...

Eines Morgens nach dem Dienst warf er sich in Besuchsanzug, um Frau von Brandeis seine Aufwartung zu machen.

Er hatte, wie täglich bei der Rückkehr von der Kaserne, ein zärtliches Briefchen seiner Braut vorgefunden, und während er sein zweites Frühstück verzehrte, überlas er, ein stilles Lächeln um die Lippen, die beglückenden Zeilen ...

Agathe richtete zurzeit daheim das eheliche Nest ein und meldete freudestrahlend, daß die Saloneinrichtung aufgestellt sei ...