»Auch noch für ein anderes Zimmer sind die Möbel angekommen. Denk dir selbst, du Schlimmer, für welches!«

Ach, du süßes, süßes Mädel! ... Herrgott, nur sieben Wochen noch! —

Er schob den Brief in den Ärmel seines Überrocks und machte sich auf den Weg.

Eine Weile noch spann seine Phantasie die holdseligen Träume weiter. Dann aber begannen sich seine Gedanken mit dem Ziel seines Besuches zu beschäftigen.

Er hatte genug im Regiment von Frau von Brandeis gehört, um zu wissen, daß er einem nicht ganz gewöhnlichen Erlebnis entgegengehe.

Niemand wollte so recht begreifen, wie Herr von Brandeis an diese Frau gekommen war.

Ein liebenswürdiger Herr von tadellosen Manieren, einigem Unterhaltungstalent und auch von durchschnittlichen militärischen Fähigkeiten.

Daß er allerdings einmal im Schießen mit seiner Kompagnie den Kaiserpreis davongetragen, das schrieb man weniger seinen eigenen Bemühungen zu, als der Tüchtigkeit seines Kompagnieoffiziers, des nunmehrigen Regimentsadjutanten, Oberleutnant von Schoenawa. Und so mißgönnte man ihm ein klein wenig den Roten Adlerorden vierter Klasse, den er diesem glänzenden Schießresultat seiner Kohorte verdankte.

Was man aber als ganz und gar wohlverdient ansah, das waren die zahlreichen Frühstücksorden, die ihm zuteil geworden waren, wenn er das Regiment bei Fürstenbesuchen und Hoffestlichkeiten zu vertreten hatte; denn seine Repräsentationstalente waren beträchtlich, und Englisch und Französisch sprach er wie seine Muttersprache.

Aber das alles waren doch keine Qualitäten, die Anspruch auf die Gunst einer Dame, wie seine Frau war, gewährten!