»Ich kann's nicht länger verheimlichen,« lächelte Martin.

»Alle Wetter,« sagte der andere, »das nenn' ich ein glückliches Omen ... da ich doch nun wieder einmal sehr gegen meinen Geschmack aus meiner stillen Studierklause unter das Kriegsvolk verschlagen werde. Ich bin entzückt, gleich beim ersten Eintritt in diese langentfremdete Welt einem Vertreter sanfterer Regionen der Menschlichkeit zu begegnen ... Übrigens werden Sie meinen Namen auch nicht verstanden haben. Ich heiße Frobenius.«

Martin dachte einen Augenblick nach und sagte: »Frobenius, Wilhelm Frobenius ... ich habe vor kurzer Zeit eine Sammlung von Studien über Goethes Faust von einem Wilhelm Frobenius gelesen — wären das gar Sie?«

»Ich kann's nicht länger verheimlichen,« schmunzelte Frobenius.

Martin streckte ihm die Hand hin: »Ich freue mich,« sagte er, »Ihre Analyse der Gretchengestalt hat auf mich so stark gewirkt, daß ich kurz vor meiner Abreise ein Gretchen gemalt habe.«

»Schau — schau,« sagte Frobenius, »wo haben Sie das Modell aufgetrieben?«

»Da hab' ich nicht lang zu suchen brauchen,« lachte Martin, »meine Braut!«

»Ei der Tausend, dann freilich! — gratuliere, Herr Kamerad!«

»Sagen Sie, Herr Frobenius,« fragte der Maler, »Sie scheinen von der Aussicht, wieder mal acht Wochen im bunten Rock zubringen zu müssen, nicht so erbaut zu sein wie ich?«

»Ja,« sagte Frobenius, »das ist eine sehr berechtigte Frage. Ich kann mir wohl vorstellen, daß Sie mir es an der Nase ansehen, daß meine Liebe zum Kommiß eine einigermaßen unglückliche ist. — Sehen Sie, ich bin von Natur so etwas wie ein Pechvogel, fühle mich eigentlich nur hinter meinen Büchern so recht behaglich —«