26) Hoffmann, S.71. Auch die neue Veröffentlichung Kattowitz 1985 behandelt die damaligen Vorgänge ausführlich, so Dr. S. Karski S.30/37.
27) S. Wenzel, "Jüdische Bürger und Kommunale Selbstverwaltung", S. 126/8.
28) Fuchs, Konrad, Wirtschaftshistoriker in Mainz, erwähnt die Gründung des Unternehmens durch diese 3 "Kattowitzer Finanziers"; in "Die Bismarckhütte in Oberschlesien…" in der Schriftenreihe "Tradition" 15/1970 gibt er eine ausführliche Darstellung des Werks, das bald auf Wunsch seines technischen Pioniers Wilhelm Kollmann in Bismarckhütte umbenannt wurde.
29) Das Baugeschäft war sehr erfolgreich und hatte meinen Großvater zu einem sehr anerkannten und wohlhabenden Mann gemacht. Aus dem Jahr 1877 stammen Zeugnisse über von ihm ausgeführte Arbeiten in der oberschlesischen Industrie. So bescheinigt Wilhelm Kollmann den Um und Neubau (1869/72) des ganzen Hüttenwerks der damals W. Hegenscheidt'schen Baildonhütte unter den schwierigsten Verhältnissen, während die Hütte selbst in fortwährendem Betrieb war, einschließlich schwieriger Fundament und Zementarbeiten für die Maschinen, Dampfhämmer, Kessel und Schornsteine. Das zweite Zeugnis von Kollmann bescheinigt die Bauten an der Bismarckhütte 1872/4 (das ganze Puddel und Walzwerk mit 12 großen Kaminen, das Verwaltungsgebäude und 10 große Arbeiterwohnhäuser). \XC4hnlich preisend ist das Zeugnis des Herrn Bernhardi für Giesche über Arbeiten 1874/76 u.a. an den Wilhelm und PauliZinkhütten. Es erwähnt besonders eine 302 Fuß hohe Esse. Es gibt dann noch alte Zeugnisse der Schlesag (einer Zinkhüttengesellschaft), der ThieleWinkler'schen Verwaltung und der Eisenbahnverwaltung betreffend Arbeiten in Kattowitz, Königshütte, Beuthen, Gleiwitz und Neuberun.
30) In einem Bericht über die Einweihung des neuen Gymnasiums 1900 (aus Kattowitzer Zeitung, abgedruckt im Oberschlesischen Kurier, Salzgitter) sind beide Brüder in diesen Eigenschaften erwähnt, der Stadtbaurat Max Grünfeld wurde dabei mit einem Orden ausgezeichnet, da das Gymnasium nach seinen Entwürfen gebaut wurde. Viele Jahre später erwähnt (auch in einem Beitrag in der Kattowitzer Zeitung, abgedruckt im Oberschlesischen Kurier) der einstmalige Kattowitzer Stadtrat Louis Dame, auch ein Baumeister, in seinen Erinnerungen an Kattowitz, die städtebaulich hervorragende Bebauung der damaligen August Schneiderstraße (später und noch heute ulica Mickiewicza): das städtische Badehaus, danach die Synagoge (die ebenfalls von meinem Onkel Max Grünfeld entworfen war) und dann eben das Gymnasium, alle in einer Reihe, in ähnlichem roten Backsteinbau. Er erinnerte sich damals an diese Lösung als ein besonderes städtebauliches Schmuckstück für Kattowitz. Für eine Abbildung siehe Sammelwerk Kattowitz, 1985, S.92. 1939 haben die Nationalsozialisten als Eindringlinge die Reihe gestört, als eine ihrer ersten Taten sprengten sie die Synagoge.
31) Maximilian Harden in seinem Buch "Köpfe", S. 141, erwähnt ihn als Hausarzt des Geheimrat Holstein, der bekannten "Grauen Eminenz" im Auswärtigen Amt.
32) Als Student in Würzburg trat er der "Deutschen Burschenschaft" bei, wie damals manche aus stark assimilierten jüdischen Familien.
33) Die Stadt Rackwitz hatte laut Atlas von Preußen 1836 1494 Einwohner, "besuchte Getreidemärkte". Josef Oettinger war ca.50 Jahre Gemeindevorsteher, gründete 1806 die "Chevra Kadisha", er starb 1862. Ein Sohn, Hermann Noah, als "fromm und wohltätig bekannt", gründete das Handelshaus H.N. Oettinger & Cie. in Hamburg (Hepner S. 879).
34) Eine Kopie seiner Dissertation (mit Lebenslauf: Geburtsdatum 1808, hatte das Gymnasium in Posen besucht) zum Thema "Hippokrates, vita, philosophia et ars medica", in lateinischer Sprache verfaßt, habe ich in der Zentralbibliothek Zürich gefunden und kopieren können.
35) Ihre Familie gab es in Wollstein, zu ihr gehörte Moritz Schiff und Frau Sydonie geb. v. Taussig, die Verwandtschaft in Ungarn hatte.