Der Kommissar:
Wir sind die Leute des Gerichts. Wieviel Verdammnis sehn wir! Glauben Sie mir, ich will keinen Unschuldigen henken, geschweige denn meinen eigenen Sohn. Und wenn er mir tausendfach unrecht tut — ich bin doch sein Vater! Soll er andere mehr lieben als mich? Wir Väter müssen erst unsre Söhne erringen, ehe wir wissen, was sie sind.
Der Vater:
Sie scheinen unter Söhnen etwas Absonderliches zu verstehn.
Der Kommissar
(bescheiden):
Ich verstehe darunter ein Wesen, das mir geschenkt ist, dem ich dienen muß.
Der Vater
(erhebt sich):
Herr Kommissar — wie gesagt: ich danke Ihnen. Auch ich kenne meine Pflicht als Vater, allerdings in einem andern Sinne. Ich wünsche Ihnen keine Enttäuschungen! Ich werde es versuchen, selbst in diesem Falle noch, mit meinem Sohne in Güte zu reden — solange ich das vermag. Mehr kann ich nicht sagen. Ich bitte, führen Sie ihn mir jetzt zu.