Als der Hochsommer kam, war Klaus Tiedemann ein anderer geworden.
Er dachte ruhiger über Leos Tod.
Die zähe Lebenskraft hielt ihn am Leben fest.
Fred Tiedemann kam selten; er konnte die Großstadt nicht missen mit ihren Vergnügungen und Zerstreuungen. Oder wenn: Vor wenigen Tagen hatte er sich verabschiedet; er gedachte zu seiner Erholung eine längere Automobiltour zu unternehmen. Baronin Wolny würde ihn dabei begleiten.
Als Klaus Tiedemann darüber den Kopf schüttelte, lachte er überlegen:
»Papa, du bist ein Philister. Das ist heute allgemein üblich, daß man gemeinsam Reisen macht.«
»Sie hat doch einen erwachsenen Sohn?«
»Eben deswegen, — der braucht sie gewiß nicht mehr. Weißt du,« fuhr Fred fort, »wenn ein Mann den Weibern gefällt, so kann er alles mit ihnen machen, gleich wer die Frau ist; natürlich« — sein Blick umfaßte seines Vaters Konturen — »muß er tadellos gebaut sein und ruhende Kräfte in sich tragen, sonst ist's besser, er läßt es bleiben.«