»Was gibt es?«

Der alte Mann keuchte, und seine Hand zitterte, als sie nach der Tasche fuhr. Er legte ein Telegramm auf den Tisch: »Es ist ein großes Unglück auf Herrn Lecarts Freundschaftszeche geschehen. Mehr als hundert Leute sind verunglückt. Die Arbeiter revoltieren; Frau Clo ist in Gefahr.«

Klaus Tiedemann riß den Zettel an sich und las mit gierigen Augen.

Es blieb still um die beiden Männer; nur von draußen rief der Kuckuck.

Klaus Tiedemann preßte die Lippen zusammen: auf der Stirn lag Falte an Falte.

Die Augen belebten sich. Er stand auf.

»Ich fahre!« Er sah auf die Uhr. »In wenigen Minuten geht mein Zug; Sie schicken mir sofort Gerhard nach; ich muß jemanden um mich haben, auf den ich mich verlassen kann!« Er setzte den Hut auf. »Sie bleiben in der Stadt, Görnemann, das Weitere telegraphiere ich.«

Görnemann sah auf: Es war die Stimme und die Art zu sprechen, wie sie sein Herr geübt — vor langen Jahren.

Klaus Tiedemann tat einen Blick durchs Fenster:

Hilde hatte auf der Terrasse die Zeitung entfaltet und las mit lachenden Augen. Klaus Tiedemann schüttelte den Kopf. Sie las vom Bilde T. A. Hansens, das so viel Aufsehen erregte, und das ihn in die erste Reihe stellte; er hatte sein Wort gehalten. Es waren nur wenige Zeilen, die ihr neues Leben gaben. »Erdgeist« hatte er sein Werk genannt. — — —