Lecart streckte den Kopf weit vor, seine Augen waren drohend aufgerissen, die Adern am mageren Hals schwollen an unter dem stürmischen Herzschlag:
»Wer gibt Ihnen das Recht, so mit mir zu sprechen?« keuchte er.
Gerhard stand auf und faltete ein Papier auseinander; er sah zu seinem Vater hinüber: »Die Kommission hat richtig entschieden. Sie haben recht. Auf den ihr vorgelegten Plänen und Rissen sind die Luftschächte vollkommen entsprechend eingezeichnet, aber«, er hob die Stimme, »die Kommission konnte nicht wissen, daß in Wirklichkeit seit Monaten der wichtigste Luftweg verschüttet sei; so hat man sie und die Arbeiter, die gehorchen mußten, betrogen!«
Mit kreidebleichem Gesicht fuhr Lecart an des anderen Gurgel. »Du sollst es büßen, mir so etwas gesagt zu haben.«
Mit starken Händen fing Gerhard die schlagenden Arme. Er warf Lecart zurück. Mit zuckenden Lippen sagte er: »Hier hast du, Vater, deine Familie!«
Der alte Mann regte kein Glied; er starrte vor sich nieder.
Minuten vergingen.
Lecart ordnete seine Kleider; sein hastiges Atmen klang laut durch die Stille. Wie die Augen einer Katze, die auf der Lauer liegt, glimmten seine Pupillen. So standen sie eine Weile sich gegenüber.
Dann klang ein stöhnender Laut — sie sahen nach dem alten Mann.
Klaus Tiedemann richtete sich auf.