Ein harter, erbarmungsloser Zug war um seinen Mund.

»Die Gruben gehen in unseren Besitz über,« sagte er, »du hast mit allem nichts mehr zu schaffen. Was du getan hast, trennt dich auf ewig von mir. Einen Betrüger beherbergt meine Familie nicht.«

Lecart wollte auffahren. Drohend trat der alte Mann vor ihn; seine kleine Gestalt schien zu wachsen:

»Clo wird mit sich ins reine kommen müssen. Ebenso du! Nur drängt für dich die Zeit, du kannst nach alldem nicht verlangen, daß ich für dich aussage. Gerhard und Clo haben von dem furchtbaren Betrug gesprochen. Ich hab' es nicht geglaubt, trotzdem die Beweise nur allzu klar lagen. Ich habe noch immer an einen Irrtum gedacht.« Er schüttelte den Kopf und ballte die Faust. »Ich hätte dich gehalten, so schwer mir's auch gewesen wäre, hättest du dein Unrecht eingestanden; du hast es nicht getan.« Er maß Lecart von Kopf zu Füßen. »Ich bin zwar nur ein Kaufmann, der schlichte Manieren hat; so kann ich weiter nicht raten, aber Sie werden, Baron Lecart, Mittel und Wege finden müssen, sich vor dem Kerker zu schützen, in den Sie gehören. Das wird Ihnen ja nicht so schwer fallen, Sie sind stets findig gewesen.« Er wandte ihm den Rücken. »Ich glaube, wir sind fertig.«

Mit festen Schritten ging Klaus Tiedemann zur Tür; die Tränen standen in seinen Augen.

Schon am nächsten Tage schrieb Lecart. Das Kuvert trug seiner Familie Wappen. Er schrieb in knappen Worten, daß er nach dem, was vorgefallen sei, es als selbstverständlich ansähe, das Haus nicht mehr zu betreten, in welchen er derartigen Invektiven ausgesetzt sei. Er bedauerte nur, daß ihm keine anderen Mittel als seine Verachtung zur Verfügung stünden. Den Rechtsweg wolle er mit Rücksicht auf seine arme Frau und die Gesellschaft nicht betreten. Zum geschäftlichen Teile seines Briefes übergehend, teile er mit, daß er alle Angelegenheiten seinem Rechtsfreund übergeben hätte, da der gestrige rohe Auftritt seinen ohnehin alterierten Nerven den Rest gegeben hätte. Er zöge sich auf unbestimmte Zeit in ein Sanatorium zurück, um seine Gesundheit womöglich wiederherzustellen, deren schlechter Zustand ihn auch bewogen hätte, sich auf einige Zeit seines freien Verfügungsrechtes zu begeben. Er habe seinen Advokaten zu seinem Kurator bestellt und ersuche, sich in allen Dingen an diesen allein zu wenden, da er nunmehr vollkommen ausgeschaltet sei. Mit Rücksicht darauf werde auch die gegen ihn schwebende Klage hinfällig.

Noch am selben Nachmittag fuhr Klaus Tiedemann zu seiner Tochter.

Es war ein schwerer Weg, und doch ging er aufrechten Hauptes durch den hochstämmigen Laubwald, durch welchen der Weg von der Bahnstation aus führte.