»Siehst du, Papa, willst du weiter mit ihm verkehren?«

Verwundert sah er auf, seine Augenlider waren rot gerändert. »Ich? Ich bin mit ihm fertig!«

»Und ich soll mit ihm weiterleben?«

Die alte Hilflosigkeit überkam ihn:

»Ich wollte nur alles versuchen, weil ich eben keinen anderen Ausweg sehe.«

Sie küßte seine faltige Stirn. »Der Ausweg«, sie hob die Hand zu dem blauen Himmel, auf dem weiße Wölkchen segelten, »dort ist er — die Freiheit!«

Mit ängstlichen Augen sah er sie an. Eine Art Schwindel befiel ihn. Die Ahnung fremder Welten, die er noch nicht kannte. Doch er stand am Eingang. Er ließ den Blick rundumgehen, von einem Baum zum anderen, vom Efeu, der sich eigenwillig emporrankte, zum Springbrunnen, dessen Wasser in schimmernde Tropfen zerfiel: »Eine geschiedene Frau ist Freiwild — ihr Leben ist unstet, von den Reden der Leute vergiftet.«

»Besser als eine morsche Ehe.« Sie faßte seinen Arm, lebhaft wurde ihr Blick. »Heute hab' ich Gröden getroffen.«

»Hat er dich erkannt?«

Sie lachte: »Wir sprachen fast eine Stunde. Er fand mich sehr verändert.«