Dürre Blätter fielen zu Boden, Herbstzeitlosen sproßten daraus empor.
Wenige Tage später kam Fred. Er hatte die Tourenfahrt vorzeitig abbrechen müssen und war mißmutig nach Hause gefahren, da ihm kein Preis mehr winkte: Gleich nach dem Start hatte er ein Bauernfuhrwerk überfahren und war, einige Stunden später, derart bei einer Straßenkrümmung an einen Baum gerannt, daß er mit Achsen- und Federbruch en panne saß.
Auch Baronin Wolny war mit ihm zurückgekehrt.
Mit Clo sprach er ein paar verbindliche Worte, wie man es mit jedem Fremden tut. Der Name Lecart war ebensoschnell aus seinem Gedächtnis geschwunden wie der Olthoffs und vieler anderer vordem. Man lernte sich kennen, schloß Freundschaft und vergaß sich, wenn die beiderseitigen Interessen erschöpft waren.
Klaus Tiedemann wußte nicht zu entscheiden, ob Fred stets so gewesen war oder ob ihm sein Wesen jetzt nur mehr auffiel. Nie war ihm seines Sohnes hochfahrende Art so zum Bewußtsein gekommen als nun, da er Familie und Geschäft vernachlässigte, um seiner Liebhaberei willen, zu denen in erster Linie Frau Wolnys üppige Gestalt zählte.
Fast jeden Abend weilte er bei ihr. Es drohte ein offener Skandal zu werden.
Hatte früher Klaus Tiedemann sich über derartige Eroberungen seiner Söhne — wie er es nannte — gefreut, so waren sie ihm nun unangenehm, weil das Schicksal seinen Sinn wieder auf die ernste Seite des Lebens geleitet hatte.
Er sah jetzt nur Kraft- und Zeitverschwendung, worin er früher Anerkennung seiner Kinder erblickt hatte.