Nach Tisch gab es eine erregte Szene: Fred aß nicht mit den Seinen, weil er sich nicht, wie er sagte, bei seinen mannigfaltigen Obliegenheiten an eine feste Eßstunde binden konnte. Heute war er jedoch auf ein paar Minuten gekommen, um seinem Vater die letzten Abmachungen für die morgige Eröffnung des Industriehauses mitzuteilen. Darüber war Klaus Tiedemann in Aerger und Aufregung geraten. Er sollte den Minister mit einer kurzen Ansprache begrüßen. Solange zu arbeiten gewesen und zu raten, hatte man auf ihn bauen können, jetzt sollte man ihm seine Ruhe lassen.
»Ich tu's nicht,« sagte er mißmutig und sah ärgerlich zu Boden.
»Du mußt; es bleibt dir nichts anderes übrig, willst du uns nicht alle bloßstellen.«
»Wen? Alle?«
»Du bist Obmann des Aktionskomitees und hast als solcher die Pflicht, zu sprechen.«
Klaus Tiedemann gab voll Grimm keine Antwort.
Hätte man ihn nicht hineingejagt in das Ganze, wäre alles gut; die Geschichte mit dem Industriehaus ging jetzt schon über vier Jahre! Die Vereinigung der Großindustriellen hatte sich nach langem Herumstreiten zum Bau eines Vereinshauses entschlossen, und Tiedemanns verstorbene Frau hatte es verstanden, dafür zu sorgen, daß ihr Mann dem Werke in leitender Stelle gegenüberstand. Er hatte sich gefügt, in einer Anwandlung befriedigten Stolzes, daß man zu ihm gekommen war.
Die anderen Mitglieder des Ausschusses waren damit zufrieden, ihre Namen so oft als möglich in die Zeitungen, anläßlich der Sitzungsberichte, zu lancieren. Klaus Tiedemann hatte gestützt auf seine reichen Erfahrungen, sich voll in den Dienst der Sache gestellt und gearbeitet. Sein Aerger, über die Aufforderung und seine Unfähigkeit, ihr zu entsprechen, waren desto größer, als er wußte, daß es ihm eigentlich im wahrsten Sinne des Wortes zustand, das Haus zu eröffnen.