Er glaubte Freds Worten, daß alles nur von der Konkurrenz aufgegriffen worden sei, um ihnen zu schaden, und doch fand er keine Ruhe.

Der belastende Artikel hatte seine Schuldigkeit getan. Die Einleger drängten sich stündlich vor den Schaltern; sie verlangten ihr Geld zurück.

Das war ein schwerer Schaden, und nur mit Seufzern und zögernden Händen folgte Görnemann die Depots aus. Mit feindseligem Blick streifte er die Menschenreihen, die vor ihm standen.

Nach schlafloser Nacht hatte sich Klaus Tiedemann angekleidet und war frühzeitig vom Hause weggegangen. Er mußte allein sein mit seinen Gedanken.

Bis zum Sitzungsbeginn war er in den hallenden Gängen auf und ab geschlichen, scheu an die Mauer gedrückt, als müßte jedermann ihn erkennen, ihn, der sich ein langes Leben vergebens gemüht hat.

Wenn er ihm das getan hätte!

Sie wußten ja alle nicht, was für ihn auf dem Spiele stand; sie kannten nicht seinen Gedankenkreis, der in strenger Ehrlichkeit die schreiende Oeffentlichkeit mied. Und nun war alles dahin.

Er hatte gestern die Bücher einer genauen Revision unterzogen. So gut es in der Eile ging, hatte er das Fehlen großer Beträge konstatiert. Aber Fred war tagsüber nicht zu Hause gewesen — wie oft in letzter Zeit — und bei dem ausgedehnten Geschäft durfte man nicht gleich Schlechtes denken. Noch immer wollte er sein Kind nicht fallen lassen, wenn er auch in schwerer Sorge an die Zukunft dachte.

— — — Hilde Tiedemann geht an die Tür ihrer Schwester und horcht. Als sie Stimmen hört, drückt sie auf die Klinke. Die Tür ist gesperrt.

»Was ist?« ruft Clo.