Er sieht Gerhard bei den Kassen; er hantiert mit ruhigen, gleichmäßigen Bewegungen.

Das gibt Klaus Tiedemann wieder Kraft.

Er muß Görnemann haben.

Quer durch die Schreibzimmer eilt er; gedrückte Stimmung liegt auf den Gesichtern der Leute: es geht ums tägliche Brot.

Die Tür des Privatkontors ist offen, er tritt ein.

Görnemann steht vor dem eisernen Tresor; als er ihn sieht, läßt er die Papiere fallen, die er hält.

Er stürzt auf Klaus Tiedemann zu, die Knie versagen ihm den Dienst, er faltet die zitternden Hände und schreit: »Herr, ich kann nichts dafür, ich bin unschuldig!«

Wie eine giftige Schlange zucken die Worte an Tiedemanns Ohr. »Was?«

»Es fehlt Geld!« Görnemann reißt die Bücher auf den Tisch; mit zitternden Händen weist er die langen Kolonnen. Starr steht Klaus Tiedemann; für einen Augenblick schließt er die Augen, um zu vergessen.

»Es hat alles gestimmt auf Heller und Pfennig,« beteuert Görnemann, »noch gestern; jetzt fehlt eine Menge, aber die Kasse ist in Ordnung.« Er fährt mit unruhigen Händen in seinen grauen Haaren herum. »Wir müssen seit zwei Stunden die Reserven angreifen.«