Er sieht Lecarts spöttische Augen; nun ist's ein Tiedemann selbst!

Sein Erbteil hat er sich aus Eigenem genommen und ist in die Fremde geflohen, ohne Wort, ohne Abschied! Ein Tiedemann feig!

Nun hat Klaus Tiedemann die Antwort, warum er in jener Nacht so scheu vor ihm zurückgewichen, warum sein Auge den Boden gesucht.

Er billigt nicht die konstruierten Ehrbegriffe der Gesellschaft, aber er haßt die Feigheit. Nun werden sie mit Fingern auf ihn weisen, den Verkehr abbrechen, um den er Jahre gekämpft hat.

Das Regiment muß Fred Tiedemann ausstoßen als Ehrlosen; in den Zeitungen steht morgen sein Name als der eines kindisch eitlen Bestechers.

Unsummen hat er geopfert, mit denen er Tausende von Tränen hätte stillen können. Klaus Tiedemann zweifelt nicht mehr, daß er es getan hat. Nicht genug war ihm der ehrliche Name seines Vaters.

Er mußte etwas Häßliches bergen, daß alle von ihm abfielen!

Fred hatte keine Lust mehr am Geschäft. Seine Stellung ist nach der Interpellation — so schreibt er — ohnehin im öffentlichen Leben geschädigt; so legt er alles zurück, er will fortan nur seinen Passionen leben — das sei die erste Pflicht des Menschen! In der Hauptstadt des Nachbarreiches gedenke er sich niederzulassen, da sei ein Wiedersehen leicht.

Kein Wort der Reue und keines der Liebe, sonst keine Silbe! Wie ein Fremder ist er von ihm gegangen.

Klaus Tiedemann stöhnt auf, die Wände rücken näher.