Als Leo starb, da war ihm leichter; er gab ein Kind der Erde zurück, das allzu schwach gewesen war, sie länger zu ertragen. Wäre Fred gefallen, wäre er ermordet worden vom beleidigten Sohn, er hätte geweint und die Gesellschaft angeklagt, so aber fällt alles auf seines Kindes eigenes Haupt. Er weiß nicht Bescheid in den Ehrbegriffen Jan Wolnys, aber er kennt trotzdem die Ehre, die er sein Leben lang besessen hat. Er kennt nicht den Mut, den Fred zeigen sollte, aber er kennt den Mut, einstehen zu müssen für seine Handlungen. Immer wieder legt sich Klaus Tiedemann die Lage klar:

Fred hat Geld genommen, große Summen, die jetzt nötig wären. Heimlich hat sein Kind sie entwendet, daß andere nicht um sein Handeln wußten. Das ist nicht besser als ein Dieb! Wohl ist sein Erbteil, das er mal erhalten wird, größer, aber das Geld steht ihm jetzt noch nicht zu, solange sein Vater lebt.

Feig hat er alles im Stiche gelassen und die Firma auf schlechte Wege geführt. Seine Flucht wird bekannt werden, die Gegner werden sie für ihre Zwecke ausnützen.

Schwer ringt Klaus Tiedemann mit seinen Gedanken, die ihn fesseln und umstricken.

Er sieht keinen Ausweg.

Immer wieder kommt er zum selben Punkt zurück.

Streng war er mit sich Zeit seines Lebens gewesen, allzu streng. Er hat seine Gedanken stets gezwungen, darum sah er nicht der anderen Fehler.

Wie Schuppen ist's ihm nun von den Augen gefallen, da er Fred nicht mehr hier weiß. Nun erst ist seine zweite Frau wirklich gestorben. Klaus Tiedemann findet die Gedanken seiner Jugend.

Er steht auf, dumpf klingen seine Schritte durch den schweigenden Raum.

Abgeschieden von den anderen, muß er sich entscheiden: nun gibt es keine andere Lösung mehr.