»Papperlapapp, ein Kaufmann wie Sie! Wäre nicht übel.«
Hunderte von frohen Fältchen erschienen auf des Alten faltigem Gesicht, als er seinen Herrn so reden hörte.
»Nein, da wird einstweilen nichts daraus!« Tiedemann schüttelte den Kopf. Dann aber, als käme ihm ein anderer Gedanke, fügte er hinzu: »Wenn Sie's aber einmal wirklich satt haben, Görnemann, dann lassen Sie es mich wissen. Ihre Pension soll meine Sache sein.« Er sprach rasch weiter, um des anderen Dank zu entgehen. »Uebrigens, ich habe Gerhard noch nicht gesehen.«
»Der ist im Chefzimmer; er studiert die überseeischen Berichte; der junge Herr erlaubt nicht, daß sie heraus ins Kontor kommen,« sagte Görnemann rasch ... »und für ihr Versprechen, sich meiner anzunehmen ...«
Er kam in seiner Dankrede nicht weiter, denn sein Herr fiel ihm ins Wort: »Der Berichte wegen bin ich hier. Wie sind sie ausgefallen?«
»Schlecht, sehr schlecht.« Görnemann schüttelte bedauernd den Kopf: »Ich kann mich nicht erinnern, je so schlechte gesehen zu haben.«
»So?« Tiedemanns Stimme klang, aus alter Gewohnheit, streng. »Wir werden ja sehen. Wo geht es ins Privatbureau? Man kennt sich ja nimmer aus in eurem neuen Kram.«
»Dort, gleich die nächste Tür,« Görnemann lief dienstbeflissen voraus, »dort, am Ende vom Gang.«
»Was ist das?« Klaus Tiedemann hatte eine andere Tür geöffnet und sah in ein Zimmer, das ebensogut als Damenboudoir hätte gelten können. »Das sieht ja riesig mollig aus!«
Verlegen meinte Görnemann: »Das ist des jungen Herrn Privatempfangszimmer.«