Tief beugte er den Kopf herab, um seines Unwillens Herr zu werden. Fred mußte da nicht viel nachgedacht haben, sonst wäre dieser Verlust hintanzuhalten gewesen. So ein grobes Versehen war Klaus Tiedemann nie unterlaufen. Das kam davon, wenn die jungen Leute stets zu Hause bei Mama saßen und sich nicht in der Welt umsahen ...

Er horchte auf, eben sagte Gerhard:

»Das ist der Fehler bei uns; man will alles vom grünen Tische aus regeln, ohne Erfahrung. Das muß man an Ort und Stelle beobachtet haben, wenn man bei den Yankees nicht hineinfallen will.« Klaus Tiedemann zwang sich zum Gegenteil:

»Das konnte niemand voraussehen. Das nächste Mal wird die Bilanz schon besser sein.«

Der alte Görnemann hörte mit offenem Munde zu, Gerhard preßte die Lippen aufeinander. Er merkte nur allzudeutlich, daß seines Vaters Widerspruch seiner Person galt. Er warf trotzig den Kopf zurück. Wenn die Stimmung gegen ihn anhielt, blieb er nicht länger hier. Man wußte seine Arbeitskraft anderswo besser zu schätzen, ihm war um sein Fortkommen nicht bange.

Klaus Tiedemann sah noch eine Weile auf die Buchstaben und Ziffern nieder, ohne sie zu lesen. Ihm waren seine Worte leid, und doch glaubte er nicht anders sprechen zu dürfen, wenn er Gerhard, Fred gegenüber, untergeordnet halten wollte. Jemand trat ein:

»Hallo, du selbst, Schwiegerpapa?« Mit hastigen Schritten kam Lecart auf Klaus Tiedemann zu. »Das trifft sich ja prächtig.« Sie sahen sich in die Augen und schüttelten sich die Hände. »Clo ist draußen im Wagen, die wird sich freuen; ich werde sie gleich holen.«

»Aber ich bitte, Herr Baron, sich nicht zu bemühen; das werde ich besorgen!« Görnemann eilte davon.

Wieder wendete sich Lecart an seinen Schwiegervater: »Du wunderst dich wohl, mich hier zu sehen?«

Klaus Tiedemann lächelte: »Ich glaube, wir sind beide seltene Gäste hier unten.«