»Das wird sich bei mir ändern! Du mußt wissen, ich habe Großes vor.« Lecart blickte zu Gerhard hinüber, unschlüssig, ob er in dessen Gegenwart weitersprechen sollte. Er sagte zu ihm:
»Bitte, bereiten Sie mir einstweilen mein Konto vor; hier haben Sie eine Bescheinigung des Chefs.«
»Ich hätte Sie ohnehin allein gelassen.« Gerhards Stimme klang in überlegener Mißachtung: »Die Bescheinigung kann ich Herrn Görnemann geben.«
Er ging mit gleichgültigen Schritten ab, den Kopf etwas vornübergeneigt, wie es auch sein Vater zu tun pflegte.
In der Tür traf er mit Frau Clo zusammen.
Er trat zur Seite und sah in ihr feines, blasses Gesicht, auf dem Sorge zu liegen schien.
»Grüß Gott, Papa!« Tiedemann drückte ihr einen Kuß auf die Stirn und betrachtete sein schönes Kind vom Kopf bis zu den Füßen. Mit gezwungenem Lächeln klopfte sie ihm auf die Wange: »Gut siehst du aus, Papa!«
»Nicht wahr?« sagte Lecart, »man sieht, er hat keine Sorgen.«
»Gott sei dank, nein; ihr doch wohl auch nicht? Nun setzt euch aber!«
Frau Clo setzte sich auf den Diwan und schlug die Füße übereinander, daß der feine Knöchel ihres Fußes sichtbar wurde. »Laßt euch nur nicht aufhalten, wenn ihr Geschäftliches zu tun habt! Ich blättere einstweilen in der Zeitung,« sagte sie. Dann schob sie den Schleier in die Höhe.