»Sehr klug. Ich glaube, Fred wäre auch nicht der Mann, der sich hineinreden ließe.« Lecart trat in gemachter Zärtlichkeit zu seiner Frau: »Servus, Clo; dein armer Mann muß jetzt arbeiten ... Dich sehe ich noch, Papa,« fügte er in einer Art herablassender Höflichkeit hinzu, die er seinem Schwiegervater gegenüber öfters zur Schau trug. »Lecart ist ein Kavalier in jeder Bewegung,« hatte Clos Mutter gesagt, wenn sie das Widerstreben der Tochter, ihrem jetzigen Manne gegenüber, besiegen wollte. Lecart ging; Tiedemann und Clo waren allein.

Es blieb für einige Augenblicke still im Zimmer, als wollten die beiden nicht an das Leben rühren, das sie selbst gezimmert hatten, dessen sie nun nicht froh werden konnten.

Klaus Tiedemann setzte sich an seines Kindes Seite und schlang den Arm um sie. »Nun, wie geht es, Clo?«

»Gut, Papa,« sie legte ihre mit Ringen bedeckte schmale Hand in die klobige Rechte ihres Vaters und sah ihm unsicher in die Augen, die so viel von Milde und ehemaliger Tatkraft sprachen.

»Dann ist's recht.« Er seufzte. »Du kamst mir vorhin verstimmt vor?«

»O nein!«

»Doch! Jeder Mensch hat etwas zu tragen.«

»Ich nicht.« Allzuschnell kam die Antwort.

»Doch Kind,« er wiegte den Kopf, daß das straffe, weiße Haar darauf zu schwanken anhub; »ist es dies oder jenes, eines ist es gewiß.« Sie schwieg; so redete er weiter: »Mutter ist schon ein Jahr tot.«

»Wirklich, ich bin schon bald zwei Jahre mit Charles verheiratet.«