»Freilich, wir treffen sie öfters bei Behrens. Du,« sie legte die Zeitung beiseite, »ist es wahr, daß Fred sich ankaufen und die Bank mit der Zeit in eine Aktiengesellschaft umwandeln will?«
Ueber Klaus Tiedemanns Gesicht lief ein Schatten; er war bleich geworden: »Wer hat das gesagt?«
»Ich habe es bei Behrens gehört.«
»Dummes Geschwätz.«
Es litt ihn nicht länger beim Sitzen; er legte die Hände auf den Rücken und begann hin und her zu gehen mit hastigen Schritten.
»Sogar von einem Tiedemannschen Fideikommiß oder Aehnlichem sprachen sie.«
Er blieb stehen und stampfte mit dem Fuße: »Da sieht man, wie die Leute daherreden.«
»Das habe ich mir auch gedacht. Ich weiß doch, daß du stets dagegen warst.«
»Deine Mutter hätte es schon gern durchgesetzt! Lassen wir das,« unterbrach er sich; »es geschah ja auch von ihrer Seite nur aus Liebe,« er hustete, »wenn sie auch manchmal die Mittel vergriff.« Er senkte den Kopf und schwieg; sein Kind blickte ihn mit großen geängstigten Augen an.
»Sag, Papa,« fuhr sie fort, »war das nicht der Grund, daß du dich so schnell vom Geschäft zurückgezogen hast?« Er gab keine Antwort. »Du wolltest nicht in der Arbeit überrumpelt werden und selbst Fred überwachen, bis er aus Gewohnheit an nichts anderes mehr dachte und dein Erbe gutwillig antrat?«