Er sah sie erstaunt an.
»Du bist eine gute Beobachterin geworden.«
»Das wird jede Frau.«
»Mag sein, deine Mutter war es gewiß. Das hab' ich merken müssen.« Er lachte bitter.
»Sie war krank, Papa, und glaubte niemandem als uns Kindern trauen zu können, sie hat uns in ihrer blinden Liebe alle überschätzt. Darum war ja auch für uns Mädchen kein Mann recht! Wie das Leben so merkwürdig ist.« Mit zitternden Fingern schob sie ihr Kleid zurecht.
»Ob Fred nicht nur so daherredet bei Behrens, um den Weibern zu imponieren?« Langsam, schier unbewußt, hatte Klaus Tiedemann die Worte gesagt.
»Aber, Papa, darüber sollst du gar nicht nachdenken,« sie streckte ihm die Hand hin und lächelte, »das wird gesprochen und vergessen.«
»Hast recht — übrigens kommen Behrens Sonnabend zu uns.«
»Es soll über das Wohltätigkeitsfest gesprochen werden?«
»Gewiß! Fred hat sich die Sache ganz gut ausgedacht. Vor dem Souper ist eine kleine Komiteesitzung, in der sich die Leute besser kennenlernen. Er will die Wolny zur Präsidentin haben.«