»Wann glaubst du denn, daß das sein wird?«

»Sehr spät, wahrscheinlich erst in der Frühe.«

»Da lieg' ich schon im Bett.« Leo fuhr mit der schmalen Hand über die weiße Stirn. »Vielleicht wird mein Kopfweh besser, wenn ich mich ein wenig zerstreue.« Er stand matt auf und ging zur Tür. »Jetzt müssen wir aber hinuntersehen zu den anderen.«

»Jawohl,« antwortete Fred Tiedemann und folgte mit Sporenklirren seinem Bruder.

»Immer nur hereinspaziert, meine Herrschaften, in die gute Stube.« T. A. Hansen ließ die Schellen klingen, seine Stimme war von Stunde zu Stunde lustiger geworden. »Wer zahlt, wird gemalt, wer nicht zahlt, wird angemalt.«

Lachende Menschen wogten vorüber und riefen zu ihm in der Schalksnarrentracht Scherzworte hinauf. Jeder kannte ihn und seine Zeichnungen, die allwöchentlich beim Erscheinen Lach- und Aergernisausbrüche nach sich zogen. Lohgeruch war in der Luft und ließ das Licht, das sich in tausendfältigen Strahlen brach, trübrötlich erscheinen.

Beim Riesenportal fuhren noch immer Wagen vor: Gäste, die erst in Gesellschaft gewesen und nun kamen, trotzdem es draußen bereits zu dämmern begann.

Jan Wolny, der sich unfreiwillig komisch mit seinen ernsten Bewegungen im Phantasiekostüm eines »Milchstraßenkehrers« ausnahm, ließ sich müde auf einen Sessel vor Hansens Bude fallen: »Jetzt hätt' ich den Unsinn bald genug.«