Er knirschte mit den Zähnen.
Er hatte zu rasch geschlagen; doch seine Reserven waren erschöpft gewesen, und Wein und Stimmung hatten den Rest verdorben.
Er sah zu Behrens hinüber, die sich zum Aufbruch rüsteten. Vielleicht dort?! ...
Fahles Morgenlicht fiel durch offene Türen.
Sie waren eben vom Feste nach Hause gekommen.
Als Klaus Tiedemann, vor Leos Tür, keine Antwort bekam, überfiel ihn plötzlich harte Angst — er wußte nicht warum. Er riß die Tür auf und blieb starr stehen:
Leos Bett war unberührt, das Zimmer leer. Leo hatte sein Vertrauen mißbraucht, war heimlich weg, trotzdem er wußte, wie schlecht es ihm bekommen konnte. Vielleicht war ihm etwas zugestoßen? Die Füße versagten dem alten Manne den Dienst. Er ließ sich auf den Sessel neben der Tür fallen.
So saß er eine Weile und wartete, daß seine Gedanken ruhigere Formen annahmen.
Er hörte Hildes Stimme nicht, die aus dem Gang zweimal seinen Namen rief, er sah ihr Erschrecken beim Eintritt und ließ den Kopf auf die Brust sinken. Wo war sein Kind?
Mit zitternder Hand drängte ihn Hilde zur Tür: »Er wird schon ausgegangen sein, Papa.«