Der Franzose sprang mit guter Miene von seinem Hochsitz und schlug mir auf die Schulter:

»Ei, das ist ja ein Teufel von einem Mönch! Und recht hat er, wenn er einen eisernen Wedel begehrt, das ungläubige Gezücht zu weihen. Kommt in mein Gefolge, Mann!«

Ehe ich ablehnen konnte, stand Meister Otfried vor mir und sah mir tief in die Augen.

»Du sollst ein Schwert haben, Ronald,« sagte er leise, »wie dürften wir Gott einen solchen Arm entziehen! Setz dich her, wir vermißten dich schon eine Weile, tu einen letzten Trunk mit uns, denn um die Mittagszeit fahren wir, und schon bleichen die Sterne. Möchte so auch der Halbmond tun!«

Er seufzte verstohlen und reichte mir seinen eigenen Becher voll feurigen Griechenweins. Ich stürzte ihn, ohne abzusetzen, gierig nach Betäubung.

Otfried sah mich verwundert forschend an, mit dem Finger drohend:

»Ronald, Ronald, heut wirfst du dein ganzes Mönchswesen beiseit. Nie hab ich dich über dem Wein gesehen, und jetzt beschämst du die tapfersten Schläuche.«

»Die neue Rose!« warf der Fant vom Nachmittag spottend ein, »die schöne Frau Aleit!« Und wehrte mit hohnvollem Entsetzen meinem zornigen Blick: »Friß mich nur nicht sogleich, du Vorzeitriese, du Elefant! Wart lieber auf Saladins braunes Geziefer, da passen gleich drei Hälse zugleich in deine Klaue.«

Ich schob den Becher schroff zurück und verließ den Raum, wollte allein sein, keine fröhlichen Reden hören, keine lachenden Augen sehen. Ins Schlafgemach ging ich nicht erst, holte mir aus den Pferdeställen eine Decke, wickelte mich ein und legte mich hinter die Gebäude in einen sturmgeschützten Winkel, dahin der Lärm der sinkenden Nacht kaum wie ein Bachgemurmel drang.