Rote Flammen loderten vor mir, Rauch stieg auf, Augen sprühten auf mich – Hölle, Teufel, Gottes Gericht einen hämmernden Herzschlag lang – dann versank alles bis auf ein Reisigfeuer im morgendlichen Wald, das ein Mönch mit seinem Wanderstabe fachte und versorgte. Das war kein Klosterfriede. Aus gebranntem Gesicht starrte ein ellenlanger Rotbart, die riesigen Schenkel umklammerten den Stumpf, darauf er saß, als bedrängten sie ein Pferd. Er stand auf und war ein Mann von meinen eigenen ungewöhnlichen Maßen; kühl, fragend und wissend zugleich lagen seine Blicke auf mir. Ich herrschte ihn an und fühlte, wie mein Mund stammelte und zagte:
»Wer bist du? Was schaffst du hier?«
Seine Brauen zuckten leise spottend.
»Ihr seht es: ein Diener Gottes. Was ich schaffe? Feuer zünden, Pferde einfangen, der Hoheit einen guten Morgen wünschen.«
»Du kennst mich?« Ich fühlte das Blut aus meinen Lippen weichen. Gleich einem Traumbild sah ich zwischen den Buchenstämmen meinen Braunen friedlich grasen.
Wieder flog jenem der Spott über die Stirn.
»Ich sah die Hoheit vor Jahren am Hofe Heinrichs des Normannen – Ihr wußtet trefflich mit der Lanze umzugehen. Ich selbst, ein Mönch aus Irland, wallfahrte nach dem heiligen Grabe. Wenn die Hoheit einen Zehrpfennig hätte, ich würde für das Seelenheil –«
Die Stimme versank im Barte; mir schien, als wieherte ein Kobold aus einem Bronnen. Das Heil meiner Seele war verwirkt, kein Bettelmönch, kein Papst konnte mich retten. Verloren hier und dort –
Möglich, daß mir die Worte über die Lippen kamen, möglich, daß der seltsame Mensch in meinem Herzen las. Genug: