»Ihr gebt Euch auf, Hoheit? Tröstet Euch, Gott gibt niemanden auf. Was belastet Euch? Ihr blutet – oder –?«
Meine entsetzten Augen tasteten auf meinem Gewand; Hemd und Rock waren dunkel betropft, meine Rechte braun von totem Blute. Aufschreiend brach ich in die Knie, ich vergaß die Welt um mich und weinte wie ein Kind auf die mütterliche Erde. Die Tränen erlösten mich allmählich, das Leid sank tiefer und verborgener in das Herz. Hier war ein Geweihter des Herrn, er mußte mich anhören, ich brauchte einen Menschen, meinen Greuel mitzutragen. Ich sprang auf und zerrte ihn an der Kutte zu dem verlassenen Baumstumpf.
»Sitz nieder und höre,« sagte ich, »ich will dir beichten, Mönch!«
»Sprecht!« erwiderte er einfach und stieß einen Ast in die Flammen. »Jedoch, Hoheit, zuerst entlastet mein eigenes Gemüt!«
Er zog ein Rehböcklein unterm Laub hervor und warf es vor meine Füße, lachend:
»Jagdfrevel, Hoheit; verzeiht Ihr das?«
Ärgerlich winkte ich ihm Schweigen. Was wog solch ein Raub vor meiner eigenen Tat! Aber: wie jählings strafte ich sonst derlei! Nie mehr würde ich über andere zu Gericht sitzen.
»Mönch, ich habe mein Weib erschlagen.«
Dies sprach ich, dann versagte mir die Kehle, und ich rang nach Luft. Der andere hatte sein Gesicht in der Kutte verborgen und rührte sich nicht.
»Im Zorn,« stammelte ich, mich selbst verachtend.