Ich nickte betrübt; das Alter erst weiß, daß alles Leben währender Kummer ist. Nur die Erinnerung blickt über das flache Feld und sieht nichts als den hochragenden leuchtenden Mohn des Vergessens, der Freude, der Lust.
»Und deine Gespielinnen?« fragte ich, zur Wirklichkeit zurückkehrend. »Es ist unmöglich, sie alle mitzunehmen; je weniger wir sind, um so größer die ohnehin schwache Aussicht auf Rettung.«
»Der Emir ist gut,« sagte sie zuversichtlich und so ganz Weib, daß ich in aller Trauer lächeln mußte; »er wird ihnen nichts zuleide tun. Warum liebt er nicht ihrer eine statt meiner? Sie sind so schön und klug, viel besser als ich, die ich nichts als Ärger und Pein bringe.«
Sie meinte es ernst mit ihren Worten; die Schuld, die fremde Wünsche und Hoffnungen ihr auferlegten, drückte sie zu Boden; nur die junge, heiße Lebenskraft gab ihr den Mut, trotz allem nach den Sternen zu greifen.
»So bereite dich,« sagte ich entschlossen, »heute, vor Abend, reiten wir davon. Keins deiner Mädchen darf ein Wort erfahren; fort die Tränen, Verschwiegenheit ist unser halber Weg. Ich hole dich selbst.«
17
Ich schlenderte in die Ställe und musterte die Pferde. Jussuf, dies ist der Dank für deine königlichen Geschenke. Der Dank für zehn stürmelose Jahre, der Fußtritt des Gastfreundes, der wie ein Fürst neben dir gehen durfte.