Der Weg läuft nun anfänglich ziemlich steil abwärts durch das Harzgründel. Am Fuße des Berges wollen wir einige Augenblicke verweilen und in das prächtige Felsenamphitheater, das über himmelhohe Tannen sich erhebt, zurück sehen. Diese anziehende Stelle hat man die heiligen Hallen genannt. Nach einer halben Stunde kommen wir auf die, aus dem großen Zschand nach Hirniskretschen führende Straße. Nicht weit von hier öffnet sich links der Prebischgrund, wo wir, wenn Zeit zu einer Abschweifung von etwa fünf Viertelstunden übrig ist, das Prebischthor auf der Zinne der Thalwand, und den Prebischkegel sehen können.
Das vom Bielbach durchströmte Hauptthal, worin wir den Weg fortsetzen, heißt der Bielgrund, und unter freundlichen Landschaftbildern fortwandernd, kommen wir an den Kamnitzbach, der den Bielbach aufnimmt, und bald in das böhmische Gränzdorf
Hirniskretschen,
das sich vom Ausgange des Kamnitzthales nach dem Ufer der Elbe hinabzieht. Das Dorf, das lebhaften Holz- und Steinhandel treibt, liegt in der, dem Fürsten Clary gehörenden Herrschaft Binsdorf. Wollen wir länger hier verweilen, so wandern wir aufwärts am rechten Ufer der Elbe, und kommen in einer Viertelstunde zu dem Belvedere, einem Standpunkte, wo eine reizende Landschaft vor uns liegt.
Wir verlassen die Reisenden, die uns so weit begleitet haben, werden aber künftig zu ihnen zurück kehren, wenn wir, von Schandau aus, die östlichen Felsengebiete, oder die angränzenden Gegenden von Böhmen besuchen, und sie endlich hier abhohlen, um eine Wanderung auf das jenseitige Elbufer mit ihnen zu machen. Eine Gondel, die wir gewöhnlich hier finden, soll uns durch ein reizendes Uferland, das die Strahlen der sinkenden Sonne herrlich schmücken, nach Schandau zurück bringen.
[4] Mehr darüber in Götzingers Geschichte und Beschreibung des Amtes Hohnstein (Freiberg 1786) S. 233 ff.
Zweiter Abschnitt.
Reisen von Schandau nach verschiedenen Gegenden der sächsischen Schweiz und der Gränzgebiete.