ein mächtiger Sandsteinfelsen, durch dessen Wölbungen und gespaltene Wände der beschwerliche Weg auf den Gipfel führt, wo sich manche Spuren ehemahliger Bewohnung, ein Wasserbehältniß, Keller und altes Gemäuer finden und eine belohnende Aussicht über die umliegende Felsenwildniß sich öffnet.
Wir gehen in den Habichtsgrund (s. [S. 59] und [109].) hinab und folgen dem Pfad, der uns zum
Wildenstein
hinan führt, wo wir am Fuße des Felsens den Eingang einer tief einlaufenden finstern Höhle erblicken. Auf der Kuppe öffnet sich eine reiche Aussicht auf den prächtigen Felsenkranz, der sich über dem, das Thal bedeckenden dunkeln Wildensteiner Walde vom kleinen Winterberge bis zu dem langen Horn, dem Affenstein und den Speichenhörnern ausdehnt. Der Schrammstein, der Falkenstein und die hohe Liebe blicken hinter dem Affenstein hervor, und in der Ferne sieht man den Papststein und die Bärsteine, während sich auf der nördlichen Höhe die Dörfer an der hohen Straße bis Lichtenhain zeigen. Zwischen dem Winterberge und dem Kuhstallfelsen entdecken wir gegen Morgen den Lorenzstein, den Raubstein und den Arnstein und im Hintergrunde die Thorwalder Wände. Man hat auch auf diese Felsenkuppe eine Burg versetzen und darin das gleichnahmige Schloß finden wollen, dessen eine Urkunde aus dem 15ten Jahrhundert gedenkt, obgleich sich auf dem Gipfel nicht die mindeste Spur ehemahliger Bewohnung findet.
In einer Viertelstunde kommen wir vom Wildenstein zur Heidemühle (s. [S. 55].) und wandern an der Kirnitsch nach Schandau hinab.
VII. Reise über Hinterhermsdorf zur obern Schleuse, und zu den Thorwalder Wänden.
Diese Wanderung wird, den Rückweg nach Schandau mitgerechnet, zwar nicht mehr als eine Tagereise fodern, da sich aber auch hier manche Versuchungen zu anziehenden Abschweifungen darbieten, so werden wir uns freilich einen erhöhten Genuß und mehr Bequemlichkeit bereiten, wenn wir längere Zeit dazu bestimmen, und wenigstens am ersten Tage den vierstündigen Weg von Schandau nach Hinterhermsdorf zurück legen. Wir gehen am bequemsten auf der hohen Straße bis Lichtenhain, und von hier über Ottendorf nach Saupsdorf, wo es ansehnliche Garnbleichen gibt. Auf dem nahen Wachberge ladet ein freundliches Obdach zum Verweilen ein, und wir genießen die reiche Aussicht über das ganze Felsengebiet von den Thorwalder Wänden bis zum Schrammstein. Der Winterberg und die nahen und fernen Gebirge Böhmens steigen im Hintergrunde empor, während unser Auge gegen Abend dem Zuge der Berge und Thäler bis in die blaue Ferne folgt, wo wir bei hellem Himmel selbst Dresden sehen. Auf einem anmuthigen Wege, den die Aussicht in eine schöne Bergferne erheitert, kommen wir in 1 Stunde nach