Die auf den blassen Mund ein Lächeln rief,
In deren Arm dein müdes Haupt entschlief!
Noch tiefer ergriffen war Goethe, als Christiane Neumann, die er selber zur Schauspielerin herangebildet hatte, die er gern Euphrosyne, die Frohsinnige, nannte – sie führte diesen Namen in einer ihrer Rollen –, als ganz junge Frau starb. In den schweizerischen Bergen erhielt er die Nachricht; ihm war es, als ob die Seele der Gestorbenen ihm nachgeeilt sei, um auch von ihm noch Abschied zu nehmen. Und er hörte ihre Bitte:
Laß nicht ungerühmt mich zu den Schatten hinabgehn!
Nur die Muse gewährt einiges Leben dem Tod.
Denn gestaltlos schweben umher in Persephoneias
Reiche, massenweis’, Schatten vom Namen getrennt;
Wen der Dichter aber gerühmt, Der wandelt, gestaltet,
Einzeln, gesellet dem Chor aller Heroen sich zu.
Freudig tret’ ich einher, von deinem Liede verkündet ...