Die Glocke schlägt, bald naht die Rund'
Und löst mich ab zu dieser Stund';
Schlaf wohl im stillen Kämmerlein
Und denk' in deinen Träumen mein.


Hans Huttens Ende.

Laut rufet Herr Ulrich, der Herzog, und sagt:
»Hans Hutten, reite mit auf die Jagd,
Im Schönbuch weiß ich ein Mutterschwein,
Wir schießen es für die Liebste mein.«

Und im Forst sich der Herzog zum Junker wandt':
»Hans Hutten, was flimmert an deiner Hand?«
»Herr Herzog, es ist halt ein Ringelein,
Ich hab' es von meiner Herzliebsten fein.«

»Herr Hans, du bist ja ein stattlicher Mann,
Hast gar auch ein güldenes Kettlein an?« –
»Das hat mir mein herziger Schatz geschenkt
Zum Zeichen, daß sie noch meiner gedenkt.«

Und der Herzog blicket ihn schrecklich an:
»So? Das hat alles dein Schatz getan?
Der Trauring ist es von meinem Weib,
Das Kettlein hing ich ihr selbst um den Leib.«

O Hutten, gib deinem Rappen den Sporn,
Schon rollet des Herzogs Auge im Zorn!
Flieh, Hutten! es ist die höchste Zeit,
Schon reißt er das blinkende Schwert aus der Scheid'!

»Dein Schwert raus, Buhler, mich dürstet sehr,
Zu sühnen mit Blut meines Bettes Ehr'!«
Flugs, Junker, ein Stoßgebetlein sprich,
Wenn Ulrich haut, haut er fürchterlich.

Es krachen die Rippen, es bricht das Herz;
Ruhig wischet Ulrich das blutige Erz,
Ruhig nimmt er des ledigen Pferdes Zaum
Und hänget die Leich' an den nächsten Baum.